Samstag, 31. Oktober 2009

Good bye New York - Hello Settlement Music School

Unser heutiger Tag begann mit Ausschlafen. Ein Luxus, den wir uns bisher nicht geleistet haben. Ohne alle Erlebnisse richtig verdaut haben zu koennen (dieser Moment wird wohl erst viel spaeter kommen) haben wir unsere Koffer und Souvenirs gepackt und der Greyhoundbus, der uns auf der Hinfahrt noch so lange hat warten lassen im Regen war diesmal bei strahlendem Sonnenschein ueberpuenktlich, sprich eine Dreiviertelstunde zu frueh. Der Verkehr scheint in New York einfach nicht einzuschaetzen zu sein....
mit einem weinenden und mindestens einem schlafenden Auge verliessen wir diese auf allen Ebenen ueberdimensionierte Stadt zurueck Richtung Philadelphia.
Dort angekommen ging unser Programm nahtlos weiter. die Muralarts/Tour mit Alex, die uns mit Ihren Deutschkenntnissen ueberraschte waren ein weiterer Hoehepunkt von Philadelphia. Vor allem auch, weil wir die Wandmalereien mithilfe eines Trolleys, also eines historischen Busses besichtigt haben.
Auf der Fahrt hatten wir dann noch mittendrin die Gelegenheit den Brezelwettbewerb zwischen Philadelphia und Heidelberg auszutragen. Die Meinungen gehen sehr stark auseinander, welche Brezel nun mehr Geschmack hat und fluffiger bzw. crosser ist.
Am fruehen abend haben wir dann in der Hauptzweigstelle der Settlement Musicschool den dort ansaessigen Kinderchor etroffen. die rund 50 Kinder im Alter zwischen 7 und 13 Jahren waren sehr gespannt auf uns, vor allem weil ein derartiger Ausstausch fuer diese Kinder absolut neu war.
Es war toll zu sehen, wie die Gesichter der Kinder strahlen, wenn Sie beginnen gemeinsam zu singen. Dann verschwinden die Gegensaetze der Sprache, der Kultur, des Alters und der jeweiligen Lebenssituation, alle treffen sich im Hier und Jetzt des Singens und kommunizieren auf musikalischer Ebene. Eine besondere Ueberraschung war, dass beide Choere trotz Ihrer ziemlich unterschiedlichen Struktur doch einen fast identischen Chorklang hatten.... - wer haette das gedacht.
Nach dem abschliessenden gemeinsamen Pizzaessen haben sich die Jugendlichen wieder auf Ihre Homestays (Gastfamilien) verteilt und bereiten sich nun auf die really spukiest night of the year vor : HALLOWEEN.
Das wir in zwei Tagen schon wieder im Flieger sitzen nach Hause ist kaum vorstellbar fuer uns. Time really flies by!
Viele Gruesse.

Hier gibt es die Fotos von heute

Freitag, 30. Oktober 2009

Highlights

Guten Morgen nach Deutschland!
Obwohl die letzten Tage nicht nur schoen sondern auch ziemlich anstrengend waren, sind heute morgen alle frueh aus den Betten gesprungen. Es stand Shopping an und wir haben mittlerweile alle gemerkt, wieviel Zeit man eigentlich dafuer braeuchte in New York.
Da uns der Nieselregen am Mittwoch einen Strich durch die Empire State Besichtigung bei Nacht gemacht hat, war dies unser erster Programmpunkt. In Betreuergruppen aufgeteilt sind wir in den Himmel gefahren - bei strahlendem Sonnenschein. Dementsprechend viele Menschen wollten auf die Plattform, dank langer Schlangenbildung wurde uns allerdings nie langweilig und wir sind mit den Aufzuegen quasi in den Himmel geflogen. 80 Stockwerke in weniger als einer Minute...
Der Blick auf Manhattan war wirklich atemberaubend. Das erste Mal hatten wir die Gelegenheit einen Ueberblick ueber das Ausmass dieser Stadt zu bekommen. UNGLAUBLICH. Die Wolkenkratzer sind von oben so klein, dass man lange gucken muss, um sie ueberhaupt einzelnd wahrzunehmen. In den Strassenfluchten sieht man ueberall gelbe Taxipunkte und kleine Ameisen alias Menschen wuseln.
In der Ferne musste man die Freiheitsstatue foermlich suchen, so klein wirkte sie im Vergleich. Viele Baustrukturen waren durch den Blick von oben zu erkennen. Der Central Park als quasi eigener Stadtteil in der Stadt, die Haeuser der Stuyvesant-City, der Finanzdistrikt mit seinen unzaehlbaren Wolkenkratzern, und und und.
Schnell haben sich die Kids verabschiedet, um endlich die kurze Zeit zum "Shoppen" zu nutzen.
Fuer uns war das ein ziemlich aufregender Moment. Wuerden alle wieder zurueck finden und puenktlich sein.... aber alles hat gut geklappt! Kompliment an die Kinder. Natuerlich hat nicht jeder das gefunden, was er wollte, aber das war auch fast nicht anders zu erwarten.
Schnell haben wir ein Lunch geholt, mit 25 Personen in einer langen Schlange bei Mc Donalds, mit extra super schneller und netter Bedienung - nicht vergleichbar mit der Service Wueste Deutschland. Ueberhaupt werden wir hier ueberall freundlich willkommen geheissen und super bedient und versorgt.
Am Nachmittag haben wir dann endlich mal das gute Wetter geniessen koennen auf der 2stuendigen Schiffstour halb um Manhatten herum. Der Tourguide hatte hohen unterhaltungswert vor allem wegen seines trockenen Humors, aber auch wegen seines VIP-Wissens. Wir haben erfahren in welchem Haus Lindsey Lohan Ihr Appartment hat, wo Leonardo die Caprio wohnt und wo Robert de Niro sein Restaurant hat. Und selbstverstaendlich haben wir saemtliche Superlative (highest, oldest, largest, most famous, usw.) die die Stadt zu bieten hat erfahren.
Die Freiheitsstatue konnten wir bei der Bootstour auch von nahem betrachten und Ihre ganze maejstaetische Wirkung (das Ding ist wirklich riesig....!) kam durch das kaiserliche Herbstwetter voll zur Geltung.
Am Hafen wieder angekommen hat uns Steve Fischer abgeholt. Er wohnt in New York und hat uns die vergangenen Tage immer wieder unterstuetzt und geheimtips gegeben, von den wir sehr profitiert habe. Wirklich awesome!
Er hat uns auf seine Dachterasse eingeladen (im 45. Stock) und wir konnten von dort aus wieder einen neuen Blick auf die Stadt geniessen. Zu allem Ueberfluss war es auch noch Sonnenuntergangszeit und alles war in ein herrliches fast roetliches Licht getaucht. Einfach sagenhaft.
Nach einem typisch amerikanischem Abendessen im Vergil"s Barbeque (auch dieses Ambiente war sehr speziell und beeindruckend) gingen wir einen Block weiter ins letzte Highlight des Tages - Billy Elliot!
Wow, was fuer eine Show. Die Geschichte wurde von beeindruckenden Darstellern und Taenzern erzaehlt. Allen voran war natuerlich der ca. 13 jaehrige Hauptdarsteller des Billys faszinierend. Tanzte er am anfang noch ziemlich holprig (zwangsweise) so entpuppte er sich im laufe des Stueckes wirklich als ein allround supertalent. Nicht nur, dass er in verschiedenstens Stilen (modern Dance, Pop, Steppen und klasischer Tanz) wie selbstverstaendlich super tanzen konnte, gesungen hat er auch ziemlich schoen und die Kroenung war natuerlich alles gleichzeitig zu tun. die vielen schoenen Bilder und offenen Szenenwechsel mit viel Ensemblebeteilung waren ziemlich beeindruckend. Man konnte gar nicht so schnell gucken.
Steve sei dank, hatten wir nach der Show noch die exklusive Erlaubnis, die Buehne zu besichtigen und einige der erwachsenen Darsteller kamen noch zu uns, um uns unsere Fragen zu beantworten.
Gegen Mitternacht waren wir dann wieder in unserem Hostel. Die letzte Nacht in New York ist schon angebrochen und alle sind ziemlich muede und geschafft (kein WUNDER!!!) ins Bett gefallen. Zum Glueck koennen wir morgen etwas ausschlafen bevor es zurueck nach Philadelphia fahren. Der Childrenschoir der Settlement Music School erwartet uns schon sehnsuechtig.
Gute Nacht!

Weiterer Bericht:

Unter der hell scheinenden Sonne machten wir uns an diesem Morgen in zwei Gruppen auf zum Empire State Building. Ich selbst war Teil der zweiten Gruppe, die das Hostel etwas später verließ. Mit der U-Bahn fuhren wir bis zum Times Square, der auch bei Tageslicht ein gutes Bild abgab. Von dort aus legten wir das letzte Stück des Weges zu Fuß zurück. Und da standen wir: Vor dem Empire State Building, einem der Wahrzeichen Amerikas. Mit 102 Stockwerken ragte es weit in den Himmel hinein, heute jedoch ohne an einer Wolke zu kratzen. Es war unmöglich dieses riesige Gebäude von seinem Fuß aus auf ein Bild zu bekommen. Ich glaube, dass ich in meinen ganzen sechzehn Jahren kein größeres Gebäude gesehen haben, als das Empire State Building.

Innen drin mussten wir uns in die Schlange aus Menschen einreihen und durch die Kontrolle gehen, die problemlos verlief. Mit dem Fahrstuhl ging es zuerst in den achtzigsten und dann in den sechsundachtzigsten Stock. Der Blick, der sich uns von dort bot, war gigantisch. Ich wünschte, ich könnte es in bessere Worte fassen, aber das ist nicht möglich. Es war einfach unbeschreiblich schön, wie New York uns zu Füßen lag. Man sah auf die Straßen, die von Taxis überflutet zu sein schienen, man sah den Hudson, der ruhig dahin floss, die Statue of Liberty, die von dort klein und unglaublich weit weg schien. Man sah einfach alles – oder man hatte zumindest das Gefühl. Normalerweise verwende ich dieses Wort nicht, aber ich war wirklich wie geflashed.

Nachdem wir uns von diesem magischen Ausblick lösen konnten, war endlich für das Zeit, was manche von uns 24 Stunden am Tag machen könnten: Shopping!!! In Kleingruppen machten wir nun die Fifth Avenue unsicher. Während unserer Einkaufstour durfte das I-Love-NY-T-Shirt natürlich nicht fehlen. Einen wirklichen Schlachtplan hatten wir nicht, wir liefen umher und gingen in die Läden, die uns ansprachen. So bahnten wir uns den Weg zum Times Square, wo wir uns alle wieder treffen sollten. Bevor unsere Shoppingzeit abgelaufen war, sprangen meine Gruppe und ich noch schnell in das Hardrock Café und in Planet Hollywood (das ist ein Restaurant, das Handabdrücke von Schauspielern und Kleidung aus Filmen ausstellt). Eines der dortigen Attraktionen sind der Handabdruck von Robert Pattinson und die originale Abschlussballkleidung von Edward und Bella aus den Film “Twilight”.

Nachdem wir uns alle am vereinbarten Treffpunkt versammelt hatten, ging ein Teil der Gruppe zu Mc Donald´s, der andere aß Pizza. Anschließend liefen wir zum Hafen “Pier 83” am Ende der W. 43rd. Street, wo wir eine Fähre zu einer Bootstour bestiegen. Zuerst schipperte sie zu Ellis Island und zur Statue of Liberty. Es ist wirklich amüsant, wenn man den Fakt betrachtet, dass diese etwa auf einem Foto und dann in Real zu sehen zwei verschiedene Dinge sind. Man kann die Statue of Liberty auf noch so vielen Fotos gesehen haben, aber sie vor Ort mit der Fackel in der Hand zu sehen war einfach ein überwältigendes Gefühl. Danach wendete das Schiff, um uns den anderen Teil New Yorks zu zeigen. Da erstreckt sich am Ufer der Skyline von Manhattan u.a. das Empire State- und das Chrysler Building. Man fuhr unter der Brooklyn Bridge hindurch und war nur am Staunen über die Schönheit dieser Stadt. Außerdem erhaschten wir auch einen kurzen Blick auf den Atlantik. Nach zwei Stunden Staunen und Fotografieren verließen wir die Fähre. Am Hafen wartete schon Mr. Steve Fisher, der Leiter des KSB. Im Schlepptau, oder besser gesagt an der Leine, hatte er seinen kleinen Hund Sawyer. Zusammen gingen wir zu dem Hochhaus, in dem Mr. Fisher wohnt. Er führte uns nach ganz oben auf seine Dachterrasse. Von dort hatte man einen traumhaften Blick auf den Hudson River und die nahegelegene Hochhäuser, die von der untergehenden Sonne in ein magisches Licht getaucht wurden. In dem anderen Hochhaus gegenüber hatte Lindsay Lohan sich ein ganzes Stockwerk gemietet, sagte uns Mr. Fisher. Er führte uns ein wenig herum , erklärte uns das, was wir sahen oder erzählte von einem Ereigis (z.B. als ein Flugzeug im Hudson landete). Danach machten wir uns auf zum “Virgil’s BBQ”, wo wir zu Abend aßen. Einige von uns zogen sich für das Musical “Billy Elliot” noch schnell um.

In Billy Elliot geht es um einen Jungen in Nordengland, der statt Boxenunterricht lieber Ballettstunden nimmt und dabei seine Liebe und seine Talent für das Tanzen entwickelt. Leider habe ich nicht genug Zeit, Papier und Worte um Euch das Musical genau zu beschreiben. Dass es großartig war steht ja außer Frage, aber wie großartig ist leider nicht in Worte zu fassen. Es war ein Feuerwerk aus Tanz und Gefühl, überwältigend und einnehmend. Die Szenen, die mich am meistens beeindruckt hat, war die, als Billy seine Zerrissenheit durch einen Tanz ausdrückt. Wegen seinem Vater will er nämlich gar nicht mehr tanzen, doch kann er seine Liebe dafür nicht mehr unterdrücken. Im Hintergrund formierten sich dazu Polizisten mit Schutzschildern. (In der Zeit, in der die Geschichte spielt, streikten die Kohlewerke und ihre Arbeiter. Billy’s Vater und Bruder arbeiteten dort). Eine andere tolle Szene war, als Billy und sein Freund Michael Mädchenkleider anzogen und dazu riesige Kleider im Hintergrund tanzten. Nach dem Musical durften wir sogar einige der Darsteller treffen und Ihnen ein paar Fragen stellen. Anschließend fuhren wir mit der U-Bahn bzw. Subway zum Hostel zurück.


Hier die Fotos von heute.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

The Big Apple

Der Regen hat uns voll erwischt!
Aber wir lassen uns nicht unterkriegen. Zum Glück haben wir das Lied "Jetzt ist Sommer" dabei. Das war heute übrigens der Renner schlecht hin bei den Kids von der Public School Downtown in Manhattan. Das Schulkonzert war für uns sehr aufregend, weil es uns mittens ins real life geführt hat. Sogar mit security...
Ground Zero war für uns und vor allem für die Kids sehr beeindruckend. Überhaupt sind alle Dimensionen, Häuser, Straßen, Menschen, Geschäfte very amazing.
Der Musical Workshop heute Morgen hat uns schon Appetit gemacht für das große Finale morgen Abend. Einer der Musicaldarsteller hat uns verzweifelt versucht, den schön klingenden Gesang auszutreiben... aber dazu später mehr.
Am Abend haben wir die Lichter des Times Square bewundert. Das Essen bei Carmine's war wunderbar und allein dieses Restaurant war ein besonderes Erlebnis.
Ausführliche Berichte von den Kindern folgen in Kürze an dieser Stelle.
Hier gibt es schon mal Fotos

Mittwoch, 28. Oktober 2009

New York, New York!

The city that never sleeps is ours!! Yeah!
Wir sind heil im Big Apple angekommen. Das Hostel ist super, die Zimmer sind toll eingerichtet und der Stadtteil Harlem hat uns sofort in seinen Bann gezogen.
Nicht nur das, wir hatten schon die Gelegenheit fuer die ersten Highlights, such as Guggenheim Museum, Central Park, Grand Central Station, Times Square und Madam Tussauds....
Die richtige Herausforderung war das Subway-Fahren - alle haben es mit Bravour gemeistert.
Jetzt sind nur noch Sweet Dreams angesagt!

Hier mehr Fotos von heute.

Dienstag, 27. Oktober 2009

Empfang beim Buergermeister und Schulkonzert


Wow! Das war ein Tag heute! Es begann mit einem sehr schoenen Konzertauftritt in der Greene Street Friends School von Philadelphia. Die vielen Schueler der Klassen 1 bis 8 und die Kindergartenkinder haben uns sehr freundlich empfangen und gespannt zugehoert.



Spaeter hatten wir die aeusserst besondere Ehre vom obersten Buergermeister der Stadt Philadephia persoenlich empfangen worden zu sein. Er war sehr freundlich und hat sich ungewoehnlich viel Zeit fuer uns genommen. Wir haben uns sehr gefreut und selbstverstaendlich viele Gruesse aus Heidelberg von unserem Buergermeister ueberbracht. Nach einem kurzen gesanglichen Gruss der Gruppe hat er uns dann auf eine Rally mtigenommen. eine sogenannte Werbeveranstaltung fuer die Finalspiele der World Series. Diese Veranstaltung ist ungefaehr zu vergleichen mit der Endrunde der Fussballweltmeisterschaft, so wie wir sie in Deutschland erlebt haben, als KSB bei uns zu Gast war. Der Zufall will es so, dass wir nun aehnliches hier auf ganz andere Weise erleben. Und wir freuen uns, dass wir die Fanbereischaft von KSB nun hier zurueckgeben koennen.
Auf dieser Rally (Werbeveranstaltung) fuer die Finalspiele (ausgerechnet die Philadelphia Phillies und die New York Yankees stehen sich im Finale gegenueber....) hat Mayor Nutter uns als Fans von all over the world, die diese Ereignis mitverfolgen namentlich als Heidelberg Youthchoir vor laufenden Kameras erwaehnt. Die Kids haben Ihr bestes gegeben und haben es mit lauthalsen Sprechchoeren "Go Phillies go" bis in die TV Fernsehuebertragungen geschafft (weitere Fotos).
Die zweite Haelfte des Tages war angefuellt mit touristischen Aktivitaeten. Wir haben den National Historic Park of Philadelphia besichtigt und alles ueber die Constitution und Declaration der US also so zu sagen die Geburtsstaette Amerikas erfahren.
Ein ausfuehrlicher Bericht hierzu folgt morgen.
Morgen geht es nach New York. Die Koffer muessen noch gepackt werden.

Weiterer Bericht:
Heute war es uns vergönnt zum ersten Mal in die morgendliche Rushhour zu geraten. Wir trafen uns alle an der Green-Street-Friends-School, wo wir nahezu unser gesamtes deutschsprachiges Programm zunächst vor Dritt- bis Sechstklässlern und anschließend nochmal vor Preschool - und Kindergarten-Kids performen durften. Viele vor allem der kleineren Kinder ließen sich schnell von unserer morgendlichen guten Laune anstecken und es war wirklich unvermeidbar während der einzelnen Stücke mit einem Grinsen im Gesicht zu singen, bei all diesem Anblick des Publikums.

Nach einer Pause ging es schließlich zur nahe gelegenen Railwaystation, wo wir einen Zug zur Station East Market nahmen, von wo aus wir uns zum Rathaus Philadelphias begaben. Auf unserem Weg dorthin durften wir bereits einen Eindruck der beeindruckenden Skyline gewinnen, bevor wir hineingingen, um zunächst etwas über das Rathaus und Philadelphia selbst zu erfahren. Von unserer Guide wurden wir zunächst in den Reception Room des Bürgermeisters geführt, wo sie uns einige interessante Fakten über die Gründung Pennsylvanias, die Wichtigkeit des Rathauses, das immerhin von 1890-1900 das höchste Gebäude in den USA war, und schließlich noch über die 12 Meter hohe Statue William Penn’s auf dem Dach des Gebäudes mitteilte. Völlig unerwartet in diesem Moment betrat nun der Mayor (Bürgermeister) Michael Nutter den Raum. Mit seiner sehr einnehmenden und sympathischen Art trat er uns mit großem Interesse gegenüber und begrüßte uns herzlich in Philadelphia. Natürlich führten wir ihm zur Demonstration unserer Berechtigung so herzlich aufgenommen zu werden gleich darauf eines unserer Stücke (Winde weh´n) vor. Diese sicherlich denkwürdige Begegnung wurde uns von dem Chief of Staff Mr Armbrister, dessen Sohn Sean ebenfalls bei KSB mitwirkt, ermöglicht.



Anders als schließlich im Plan vorgesehen, entschloss sich Mayor Nutter, uns nach einer Überreichung eines offiziellen Geschenks (Heidelberg-Bildband) im Auftrag des Heidelberger Bürgermeisters Dr. Würzner und eines Geschenkes des Chors (Studentenkuss), nachdem er in seine Custom-made Baseballjacke geschlüpft war mit auf die Straße zu einer Art öffentlicher Fanveranstaltung der Philadelphia “Phillies” zu begleiten, auf der er neben einigen anderen für den Baseball wichtige Personen einige Worte an die versammelte Fanmenge richtete. Im Rahmen der World-Series werden die Phillies nämlich den New York Yankees gegenüberstehen und, wie alle hier anwesenden innigst hofften, den Titel zum zweiten Mal in Folge nach Hause tragen. Unser Chor war schnell von der herrschenden Fanstimmung ergriffen und alle fieberten – zur Überraschung aller Umstehenden – mit ; übertroffen wurde unsere “Hysterie” nur noch davon, dass Mayor Nutter bei seiner Ansprache an die Fans zu Beginn – wohlbemerkt vor einigen Fernsehkameras – von unserer Anwesenheit und seiner Freude darüber berichtete. Außerdem hatten zwei unserer Gruppe das Glück, ein Interview geben zu dürfen, da unser deutsches Geschrei offensichtlich sogar dem Fernsehen aufgefallen war. Man kann also sagen, wir haben unsere Möglichkeit der Begegnung mit der Öffentlichkeit und Obrigkeit Philadelphias voll ausgeschöpft.

Enthusiastisch von dieser Begegnung machten wir uns zu Fuß auf den weiteren Weg zum Independence Square, wo uns zunächst zwei Guides erwarteten, die uns in zwei Gruppen aufgeteilt durch den Independence District führten. Diese Tour beinhaltete unter anderem die Besichtigung der Freedom Bell, einiger Gebäude in Verbindung mit Benjamin Franklin und anderen wichtigen Personen im Zusammenhang mit der Declaration of Independence und der Constitution und schließlich auch deren Gräber. Uns bot sich anschließend die Möglichkeit zum Souvenirshopping, bis wir uns schließlich ins Independence Museum begaben. Hier durften wir im Kimmel-Theater einer sehr interessanten Aufführung/Interpretation amerikanischer Geschichte beiwohnen, deren Präsentation etwas an die in einem Planetarium erinnerte, was dies noch interessanter machte. Im Anschluss hieran blieb uns erneut etwas Zeit, uns den Rest des Museums anzusehen.

Es folgte nun noch ein – erneut durch die Skyline sehr beeindruckender – Fußweg, zunächst zur Love-Statue, für die Philadelphia bekanntlich berühmt ist und die auch sofort für zahlreiche Fotos “missbraucht” wurde, und anschließend zum derzeit höchsten Gebäude Philadelphias und dritthöchsten Gebäude der USA, dem Comcast-Buildung. Dieses ist nicht nur für die Telekommunikationsgesellschaft Comcast, für die die es bekanntlich steht, als vielmehr fuer seinen riesigen LCD-Screen im Foyer berühmt. Die Boys des KSB hatten sogar schon einmal die Ehre hier in Übergröße erscheinen zu dürfen und auch wir durften einige der eindrucksvollen ablaufenden Fotos und Videos anschauen, bevor wir auch die Akustik dieses Raumes mit zwei unserer Stücke testeten (Winde weh’n, Schläft ein Lied). Da die Sonne zu diesem Zeitpunkt bereits am untergehen war, mussten wir uns – zu aller Erleichterung, da dieser Tag durchaus anstrengend war – auf den Weg zu dem außerhalb der Skyline gelegenen Artmuseum machen. Hier bekamen diejenigen unter uns, die noch die Kraft dazu hatten, die Chance, auch Rocky’s Stairs zu laufen, bevor wir schließlich hinter dem Gebäude von den Gastfamilien abgeholt wurden.

Nun heißt es nur noch: Koffer packen für NEW YORK!


Wir freuen uns über Kommentare zum Blog!

Hier mehr Fotos von heute.

Montag, 26. Oktober 2009

Voller Erfolg bei der German Society

Das erste grosse Konzert unserer Reise ist ein wahrer Erfolg geworden. Die Jugendlichen haben super gesungen, und viel Freude ausgestrahlt.




Das Publikum, das vor allem aus deutschen Einwanderern und KSB-Freunden und Eltern bestand, war hellauf begeistert. Der Konzertsaal der German Society hat sehr viel Ähnlichkeit mit dem Brahmssaal der Musikschule, die Akustik war hier allerdings atemberaubend schön. Es sang sich wie von selbst. Natürlich war es für uns auch eine Freude und ein Genuss, die Boys wieder singen zu hören und zu sehen. Alle gemeinsamen Stücke waren die Krönung. Es zeigte sich, dass unterschiedliche Ansätze und Traditionen mit Hilfe des Gesangs und der Kommunikation, des Austausches treffen können.
Wir sind alle sehr stolz und zufrieden.
Am Montag geht es gleich früh weiter mit einem Schulkonzert. Wir erwarten eine riesen Menge von Schülern der Klasse 1 - 8 und sind schon ganz gespannt auf diese für uns neue Art des Präsentierens. Danach haben wir einen Empfang im Rathaus von Philadelphia und werden uns der Geschichte Philadelphias und der Vereinigten Staaten widmen können. Viel Programm!

Hier die Fotos von heute.

Sonntag, 25. Oktober 2009

Bei KSB zu Hause


Gestern hatten wir endlich die Gelegenheit bei KSB hinter die Kulissen zu schauen.
Schnell haben wir festgestellt, dass dieser Knabenchor nicht nur aus den uns schon von der Tour aus dem letzten Jahr bekannten Gesichtern besteht.
Wer morgens um 9 Uhr bei Probenbeginn dabei war, konnte allein mindestens 30 Soprane bei der etwa einstündigen Literaturprobe mit Anne Odland beobachten. Anne ist eine der vielen Mitarbeiter, die KSB im Hintergrund unterstützen. Insgesamt werden an diesen Probensamstagen zwinschen 9 und 13 Uhr ca. 150 Boys in mindestens 9 verschiedenen Formationen unterrichtet. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen, und dazwischen wird hoch konzentriert in rasantem Tempo Neues einstudiert und das Repertoire aufgefrischt. Zwischen halb 11 und 11 kamen unsere Jugendlichen zur Probe. Es gab regen Austausch über die Gastfamilien. Die Jugendlichen berichteten ausführlich über ihre Wohnsituation (Villen und meterhohe Matratzen), super reichhaltiges Frühstück und sehr freundliche Gasteltern, die sich mit viel Fürsorge um die Kinder kümmern.

Nach einer kurzen Besprechung des Probenplans (der sich bei einem solch riesigen Apparat ständig wie von selbst erneuerte) ging es dann los. KSB begrüßte uns überaus freundlich und wie immer hoch professionell mit zwei wunderschönen "welcome songs" mit dem Titel "Consider yourself" und "Thank you". Eigentlich hatten wir zu danken, aber dazu werden wir heute noch kommen.
Innerhalb einer Stunde haben wir dann sämtliche gemeinsamen Stücke, die heute aufgeführt werden sollten, samt Choreographie und spontanen Änderungen zusammengeführt. Wer da nicht alle Ohren und Augen bei Steve und Mr. Fitz (den beiden künstlerischen Leitern) hatte war schnell verloren. Mit viel Freude und Energie haben alle die teilweise bekannten Lieder aus dem letzten Jahr gesungen und performed. Es war toll zu sehen, wie viel Erinnerung aus dem letzten Jahr noch vorhanden ist.
Dann bekamen wir alle offiziellen Besuch von der deutsch-amerikanischen Ehrenkonsulin Barbara Affanasiev. Sie ist gleichzeitig die Vorsitzende der deutschen Kammer von Philadelphia. Beide Chöre gaben eine kurze Kostprobe Ihres Könnens und wir zeigten Ihr einen Ausschnitt aus unserer Probenarbeit mit der Einstudierung des Bachchorals "Wohl mir dass ich Jesum habe". Sie war sehr begeistert und erfreut über den kommunikativen Austausch der Jugendlichen und über die künstlerische Qualität, die beide Choere ausstrahlten.
Nach einer kurzen Pause, in der die Jugendlichen Lunch essen oder sich aber auch in der kircheneigenen Turnhalle austoben konnten, hatten wir dann Gelegenheit, unser eigenes Programm für die German Society aufzufrischen und ins Gedächtnis zurück zu holen.
Dann kamen die Männerstimmen von KSB und gemeinsam sangen wir die beiden deutschen Stücke "Ein Jaeger aus Kurpfalz" und "Auf einem Baum ein Kuckuck saß" mit dem schönen Zungenbrecher "Simsalabimbamba Saladu Saladim". Die Jungs waren super vorbereitet und meisterten die schwierige deutsche Aussprache spielend. Sogar ein spontaner Stimmentausch bereitete den Tenören kein Problem. Sie sangen einfach vom Blatt!
Und auf einmal war es 14.30 Uhr. Wie im Fluge verging dieser Vormittag, an dem fast ununterbrochen gesungen wurde oder andere Aktionen stattfanden.
Den Rest des Tages verbrachten die Kinder in den Gastfamilien, von Kino über Shopping und Bowling war die Rede.
Heute nun ist das große Konzert in der German Society, von deren schöner Akustik schon viel gesprochen wurde. Wir sind gespannt und freuen uns, unser gesamtes Programm hier öffentlich präsentieren zu dürfen.

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